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So war es früher einmal und ...

Aus dem ehemaligen Ärztehaus "Haus Friederike" wurde das Ferienhaus "Haus Rosengang"

zu dem wurde es 1972 umgestaltet

"Aus dem ehemaligen Ärztehaus wurde Haus Rosengang"

 

Bis Ende der 60-ger Jahre wurde die Insel überwiegend in den Sommermonaten besucht. Bereits Mitte September zog es die Insulaner in wärmere Regionen um dort ihren Urlaub zu verbringen. Wer dann noch als Gast auf der Insel bleiben wollte, musste sich selber mit Lebensmitteln versorgen, da bereits viele Gastronomiebetriebe und Geschäfte geschlossen hatten.

Durch steigende Personalkosten und Mangel an Personal stellten viele Betriebe auf Ferienwohnungen und Apartments um. Der Gast wurde zum Selbstversorger und änderte demzufolge sein Ausgehverhalten, indem er sich in seiner Wohnung gemütlich einrichtete. Zeitgleich gingen auch die durchschnittlichen Aufenthaltstage der Gäste stark zurück. Wenn der Gast noch vor Jahren einen dreiwöchigen Urlaub einplante, liegt heute der einwöchige Kurzurlaub im Trend.

Auch weiterhin sind die Ostfriesischen Inseln ein beliebtes Reiseziel geblieben, was die Buchungszahlen belegen. In den letzten Jahren besuchten durschnittlich 110.000 Gäste die Insel Juist, woraus sich ca. 1.000.000 Übernachtungen / Jahr errechnen ließen.

Zu den Seiten: Mein JuistJuist im Winter

Als man noch mit dem Inselbähnchen anreiste

Bis zum Jahre 1982 konnte man Juist nur über einen im Meer liegenden Schiffsanleger erreichen. Jeder Reisende war für sein Gepäck selber verantwortlich und musste dafür sorgen, dass seine Gepäckstücke vom Schiff in den Gepäckwagen der Inselbahn umgeladen wurden. Von einer kleinen Diesellock gezogen fuhr man bei Hochwasser auf die Insel.

Wenn ein Zug neue Gäste auf die Insel brachte, liefen die Inselbewohner auf den Deich um den Ankömmlingen einen herzlichen Empfang zu bereiten und begrüßte sie mit wehenden Fahnen und Betttüchern. Am Juister Bahnhof angekommen, wurde man von einer Schaar braun gebrannter Urlauber empfangen, die allesamt riefen: Oh wie blass, oh wie blass. Ach, was war das eine herrliche Zeit.

Schiffsanleger Juist
Gepäckzug auf dem Abstellgleis
Triebwagen mit Anhängern

Juist, das Mehrgenerationenbad

Juist kann sich auch bei vielerlei Betrachtung als das Mehrgenerationenbad bezeichnen. Schon immer war und ist die Insel Juist als ein familienfreundliches Urlaubsziel bekannt. Zu den Ferienzeiten wird die Insel wegen seines hohen Gesundheits- und Freizeitwertes überwiegend von Familien gebucht. Außerhalb der Schulferien ist die Insel ein beliebtes Reiseziel für Familien mit Kleinkindern und Ruhe suchenden Gästen. Daraus hat sich eine gefestigte Besucherstruktur gebildet, die sich von einer auf die nächste Generation übertragen hat.

Ein Bild aus alten Zeiten, als Galt Noormann noch mit seinem Fischkarren am Rathaus stand.

Juist im Wandel der Zeit

Trotz Neuzeit sind viele Dinge unverändert geblieben, denn Naturgesetze lassen sich nicht ändern und somit sind die einmal täglichen Anreisen geblieben, da diese von der Tide abhängig sind und die Schiffe einen gewissen Tiefgang benötigen, um nicht aufzulaufen.

Die Insel war immer autofrei und um ihren Charm zu erhalten, soll sie auch zukünftig so bleiben. Daher müssen weiterhin alle Transportgüter per Pferd oder Handkarren transportiert werden, Baumaterialien und Müllabfuhr eingeschlossen. Da der Umgang mit Pferden nicht jedermann Sache ist, wird beim Paketzustelldienst eine Ausnahme gemacht, indem man spezielle Elektrofahrzeuge zugelassen hat.

Ein Fahrrad kann sehr hilfreich sein,

denn auf Juist geht man zum Einkauf ins Dorf, oder bedient sich des Drahtesels, so wie es die Juister tun. Der Inselgast lernt sehr schnell, sich den Inselgegebenheiten anzupassen, da man keine öffentlichen Verkehrsmittel oder Taxen in Anspruch nehmen kann.

Bei einem Kurzurlaub macht es wenig Sinn, eigene Fahrräder mit auf die Insel zu nehmen. Selbst  Elektro-Räder lassen sich bei fast allen Fahrrad-Verleihern mieten.

Elektro-Fahrräder werden gerade auf der Insel immer beliebter, weil sie sich bei starkem Gegenwind als sehr nützlich erwiesen haben und den Gepäckträgern mit ihren großen Fahrradanhängern den qualvollen Job erleichtern.

Vom Flughafen bis vor die Haustür

Auf Juist angekommen, geht alles etwas langsamer zu, dafür aber viel gemütlicher. Selbst diejenigen Gäste, die es sich erlauben können mit dem Inselhopser auf die Insel zu kommen, müssen am Flughafen in eine Pferdekutsche umsteigen oder den viereinhalb km weiten Weg ins Dorf zu Fuß gehen.

Daher gilt auch für Fluggäste die Devise: "Besser langsam gefahren werden, als laufen zu müssen".

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So präsentiert sich Juist heute

Zur Insel führt auch weiterhin nur eine natürliche Fahrrinne, die sich durch das seichte Watt schlängelt. Der sich ständig ändernde Verlauf der Fahrrinne wird seitlich durch Pricken kenntlch gemacht und weist die Seefahrer auf Untiefen (Sandbänke) hin. Da das Wattenmeer selbst bei Hochwassser nur eine geringe Tiefe hat, ist die Insel nur bei Flut erreichbar.

Im Laufe der letzten Jahre hat sich das Besucherverhalten in sofern verändert, dass nur noch wenige Gäste einen drei bis vier wöchigen Urlaub planen. Einwöchige Kurzurlaube liegen heute im Trend. Dieses Reiseverhalten hat man frühzeitig erkannt und hat daraufhin auf Juist eine moderne Hafenanlage gebaut, um die Besucherströme bewältigen zu können.

Der Empfangsbereich für die ankommenden und abreisenden Gäste wurde erweitert. Die Frisiareederei rüstete die Fährschiffe auf und modernisierte die Flotte der Gepäckcontainer. Fuhrbetriebe wie auch die FLN - Flugbetriebe passten sich mit modernem, zeitgemäßen Equipman an.

Schiffsankunft - Juister Hafen
Gepäckcontainer - Juister Hafen
Pferdekutschen - Juister Hafen
FLN Flugzeug - Juister Flughafen

Größeres Frachtaufkommen erfordert schnelleren Materialumschlag

Moderne Frachtschiffe beliefern die Insel täglich sowohl mit Lebensmitteln, allgemeinen Versorgungsgütern, wie auch mit Baumaterialien. Um diese Materalien schnell umschlagen zu können, werden hierfür im Hafenbereich Traktoren eingesetzt, da sich das Handling mit Pferden als zu schwierig erwiesen hat.

So wie sich heute das moderne Juist präsentiert, hat sich auch das Speditionswesen diesem Trend angepasst. Pferde und Kutschen waren immer ein Anziehungspunkt für Groß und Klein und werden das Aushängeschild der Insel bleiben.